Es muss was getan werden

Können Sie sich noch an den Klimagipfel erinnern? Gastgeber war Frankreich und über 150 Nationen haben darum gerungen, die klimatischen Bedingungen unseres Planeten nicht noch zu verschlimmern, sondern Maßnahmen zu ergreifen, die die Erderwärmung auf 1,5 bis 2,0 Grad begrenzen soll.

Nationen sind dafür verantwortlich! Aber nicht nur diese Staaten haben einen entscheidenden Einfluss auf die Veränderung der klimatischen Bedingungen, sondern im Grunde genommen jeder einzelne „Bürger“ dieses Planeten - und vor allem die in den Industrie- und Schwellenländern.

Werden keine individuell getroffenen und freiwilligen Maßnahmen ergriffen, so ist der Staat gezwungen, durch Gesetze ein Paradigmenwechsel bei den „Bürgern“ zu „erzwingen“.
So dürften Fahrzeugen mit PS- starken Motoren und hohem CO2-Ausstoß steuerlich nochmals teurer werden, um einen positiven Anreiz zu weniger PS und CO2 zu schaffen.
Nach und nach ist zu erwarten, dass der Staat Prämien als Anreiz zum Kauf von Elektrofahrzeugen gewähren wird.

Bisher bezuschusst der Staat Bauen und die energetische Gebäudesanierung, wird aber, wie bei den Fahrzeugen selbst, aufgrund des zurzeit niedrigen Ölpreises, unterlaufen.

Jedoch sollte man sich darüber keine Illusionen machen- denn dieser historisch niedrige Ölpreis wird nicht ewig dauern.
Dann kommt die Erkenntnis, aufgrund einer jetzigen Fehleinschätzung, einen wesentlich höheren Preis, aufgrund der dann einsetzenden Nachfrage, für Sanierungen zu bezahlen.
Was macht man mit einem PS-starken Fahrzeug und entsprechend hohem Verbrauch, wenn der Ölpreis wieder steigt? Die Nachfrage danach wird sinken und der Verkaufspreis weit unter dem Anschaffungspreis liegen.
Es ist ein wirkliches Phänomen, dass der Preis eines unkalkulierbaren Gutes (Erdöl), als Entscheidungskriterium bei den in Zukunft gerichteten Investitionsentscheidungen, genommen wird.
Hier verstößt man langfristig gegen das ökonomische Prinzip, der „Homo oeconomicus“ (rational denkendes Wirtschaftssubjekt) fährt nur noch auf Sicht und nicht mehr nachhaltig.

Die Symptome der Umweltbelastung sind nicht mehr zu übersehen:

  • Waldsterben
  • Ozonloch
  • saurer Regen
  • Verpackungs- und Hausmüll
  • Deponien
  • Kraftwerke
  • Regenwälder gehen zurück
  • Feinstaubbelastungen
  • usw.

Man könnte die Aufzählung beliebig fortsetzen und zeigt in erschreckendem Maße:Wir tun so, als ob wir jederzeit einen anderen Planeten bevölkern können, um dort nach der Zerstörung unseres Planeten, weiterleben zu können.Wir haben aber nur diesen einen endlichen Planeten!

Gegenwärtig liegt die Weltbevölkerung bei knapp 7 Milliarden Menschen- und jährlich wächst diese um 90 Millionen Menschen. Für die ständig wachsende Weltbevölkerung ist eine immer weitergehende industrielle Versorgung notwendig, wodurch als Folgeerscheinung immer mehr Produktions- und Konsumabfälle entstehen.

Die Produktions- und Konsumabfälle gelten als Ergebnis, hervorgerufen durch die Deckung der Bedürfnisse des Individuums (Bedürfnis ist eine subjektive Mangelerscheinung, deren Beseitigung angestrebt wird) und die Industrie „gezwungen“ ist, den gefühlten Mangel durch Produktion zu beseitigen.

Diese Bedarfsdeckung, ob sie in vielen Fällen sinnvoll ist oder nicht, bedient sich erschöpflicher Mengen an Rohstoffen - sogenannten Primärstoffen -, die in aufwendigen und energiereichen Verfahren erzeugt bzw. gefördert werden müssen:

  • Gold/ Silber/ Platin
    Bewegung von Unmengen an Erdreich, um eine Unze Gold zu gewinnen. Es ist fraglich, ob die Zerstörung, die damit verbunden sind, in einem sinnvollen Zusammenhang mit der Gewinnung steht.
  • Seltene Erden
    Aufgrund der speziellen Position im Periodensystem, weisen diese einzigartige Eigenschaften auf, die sie wertvoll für verschieden Einsatzgebiete macht. Die größten Vorkommen der Seltenen Erden befinden sich in China und decken nahezu den weltweiten Bedarf.
  • Aluminium
    Hoher Eintrag an Bauxit, um daraus Aluminium mit enormem Energieaufwand herzustellen.
  • Erdöl
    Off- Shore- Plattformen und den damit verbundenen Gefahren der Gewässerverschmutzung. Einsatz in Kunststoffen und als Energielieferant, wird in unbekümmerter Art und Weise mit diesem endlichen Rohstoff umgegangen. Anstatt Kunststoffabfälle wirklich zu recyceln, wird, da zurzeit einfach billiger, alles in Heizkraftwerken verbrannt. Dieser sorglose nicht durchdachte Umgang wird spätestens dann als Folge ersichtlich, wenn es um die letzten Tropfen in Verbindung mit nicht bezahlbaren geht.
  • Phosphor
    Phosphor als Grundlage unserer wirtschaftlichen Produktion. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass dieser endliche Stoff in ca. 50 Jahren aufgebraucht sein wird, wenn nicht spezielle Rückgewinnungstechniken den Bedarf weiter ermöglichen. Ohne Phosphor kein Wachstum.
  • Holz/ Landwirtschaft
    Abholzung der Regenwälder (die Lungen der Erde), um mit dem daraus gewonnen Hölzern Exklusivität zu erzeugen. In diesem Zusammenhang erscheint es aber noch fataler, dass die Regenwäldern der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte dienen, die dann in Europa auf dem Teller landen. Hier ist vor allem der Verbraucher in der Pflicht, solche Produkte (Grasflächen zur Viehzuchthaltung i.V.m. Fast-Food-Verhalten und der daraus resultierenden Methanisierung, Palmölerzeugnisse als billiges Pflanzenfett usw.) genauestens zu hinterfragen.

Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden und zeigt in erschreckendem Maße, wie unbedarft wir durch Raubbau mit unserem Planeten umgehen. Nur um ein paar Euro zu gewinnen oder zu sparen? Jedem Einzelnen obliegt es, durch ein entsprechendes Verhalten, auch im kleinsten, zur Schonung der Umwelt beizutragen.

Dazu zählen:

  • hinterfragen ob dieses spezielle Gut umweltverträglich ist
  • vermeiden aufwendiger Verpackungen
  • eine angepasste Esskultur
  • Langlebigkeit der Gebrauchs- und Investitionsgüter
  • Reparaturmöglichkeiten
  • Substitution bestimmter Stoffe: Holz aus nachhaltigem Anbau statt Kunststoffe
  • Pfandsysteme
  • usw.