Welche Probleme ergeben sich

Der Fahrer ist in eine kostspielige wirtschaftliche Tätigkeit eingebunden und stellt zusammen mit den Produktionsfaktoren Betriebsmitteln und Werkstoffen, eine weitere nicht zu vernachlässigende „betriebliche Einheit“ dar: die Arbeitskraft.

Gesundheit und Erhaltung der Arbeitsfähigkeit sind von besonderer Relevanz, um hier Ausfall- und Eingliederungskosten zu minimieren oder, wenn möglich, gänzlich zu unterbinden.

Der Ausfall eines Mitarbeiters verursacht Kosten, die sich aus:

  • Lohnfortzahlung
  • Ersatz des ausgefallenen Mitarbeiters und Eingliederungsmanagement
  • Erbringen der zugesagten Dienstleistung
  • Kundenzufriedenheit
  • vertraglich geregelte Vereinbarungen

als Summe ergeben.

Die gesetzlichen und privatwirtschaftlichen Zahlungsverpflichtungen des Unternehmens, erscheinen auch deshalb so hart, wenn der Arbeitnehmer nicht imstande ist, durch vermeidbare Risiken und nicht erkannte oder bewusst wahrgenommenen Gefährdungen und Belastungen seitens des Unternehmers, die notwendigen Arbeitsleistungen zu vollbringen.

Wie lässt sich das erklären?

Die Tätigkeit eines Fahrers in einem Unternehmen ist als belastende Arbeit einzustufen:
Als Ergebnis dieser belastenden und unter Umständen einseitigen Tätigkeit, entstehen Krankheitsbilder, die in diesem Umfeld nur selten eine Berufskrankheit i.e.S. darstellen, wie bspw. der Einfluss von Lärm auf das Gehör oder Chemikalien auf den Körper.

Die Krankheiten äußern sich, je nach der konditionellen und körperlichen Voraussetzung der Person, in den nachfolgend genannten möglichen Krankheitsbildern:

  • Herz- Kreislauf- Problemen
  • Rückenleiden
  • Entzündungen und Geschwüre
  • Magen- Darm- Erkrankungen

Das Auftreten dieser Krankheitsbilder, die im Übrigen nicht schlagartig in Erscheinung treten, sondern ein schleichender Prozess darstellen, verursachen den Ausfall dieser Mitarbeiter, die in den oben bereits erwähnten Kosten resultieren.

Bspw. Bandscheibenprobleme und Rückenleiden

Welche verantwortliche Person in einem Güterkraftunternehmen kennt das Problem der Volkskrankheit „Rückenleiden“ nicht selbst aus eigener Erfahrung?

Sobald ein Mitarbeiter über das entsprechende Krankheitsbild klagt, erscheint es verspätet, entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Das Gegenteil sollte hier als Voraussetzung angenommen werden:

Wird die „Krankheit“ Rückenleiden und Bandscheibenprobleme erkannt, sollten sofort geeignete Maßnahmen zur Ursachenbekämpfung ergriffen werden.

Wieso entstehen Rückenprobleme?

Haben Sie sich schon einmal ernsthafte Gedanken darüber gemacht, wodurch Rückenleiden entstehen und die Ursache als solche nicht erkannt werden?

Der Fahrer übt ein zum Teil über mehrere Stunden sitzende Tätigkeit aus. Der Körper wird durch diese starre Haltung einseitig belastet.

Mangelnde Bewegung degeneriert die Rückenmuskulatur als stützendes Korsett, so dass, neben den dynamischen Bewegungen des Fahrersitzes zur Aufnahme der horizontalen und vertikalen Energieformen (kinetische Energie), auch noch das eigene Körpergewicht direkt auf die Bandscheiben wirken. Kombiniert mit falschen und mangelnden Bewegungsformen, falsches Tragen und Heben, entstehen Probleme, die den Rücken betreffen.

Der Fahre, als weiterer Faktor zur Begünstigung des erwähnten Krankheitsbildes, ist durch Regelmäßigkeit so sehr an die einseitigen Belastungen des Sitzens gewohnt, um nicht erkennen zu können, dass Schmerzen und Unwohlsein vorhanden sind, aber nicht in der Lage erscheint, dieser einer Ursache zuzuführen.

In diesem Zusammenhang spielt die Ernährung auch eine wesentliche Rolle.

Mangelnden Flüssigkeitsaufnahme, um den Bandscheiben den notwendigen Flüssigkeits- Absorption zu ermöglichen und ihrer Funktion als Puffer ausführen zu können, sind ebenso als Ursache vorhanden, wie die falsche Flüssigkeitsaufnahme (Getränke mit hohem Zucker- und Koffeinbestandteilen) und unzureichende Ernährung: Wobei bei der Ernährung die Quantität zu hoch und die Qualität als zu niedrig eingestuft wird.

Wie Sie erkennen, ist das Problem „Rückenleiden“ ein komplexes System verschiedener Ursachen, die durch vorausschauende Sichtweise minimiert oder sogar unterbunden werden können:

  • durch den Arbeitgeber
  • durch den Arbeitnehmer

An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, dass ein Hauptproblem der fahrenden Mitarbeiter die Ernährung darstellt und soll hier kurz umrissen werden.

„Eine umfangreiche Untersuchung […] belegt, dass LKW- Fahrer bei der Ernährung offenbar häufig über das Ziel hinausschießen [Anm: Quantität vs. Qualität]. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung weisen sie ein erheblich höheres Körpergewicht auf. Dies wird deutlich, wenn man die bei den Fahrern erhobenen Durchschnittswerte mit denen der Gesamtbevölkerung – die im Mittel ebenfalls keineswegs unterernährt ist- vergleicht:

Der bei den ermittelten Gewichten genau in der Mitte liegende, so genannte ‚50%- Fahrer‘ [50% ist leichter, 50% ist schwerer] wiegt demnach 8 kg mehr als der 50%- Mann in der Gesamtbevölkerung. Beim ‚95%- Fahrer‘ [95% sind leichter, lediglich 5% sind schwerer] beträgt das Mehrgewicht sogar 18,6 kg.“

[Quelle: BG- Verkehr; Moderator ‚Gesund und sicher Arbeitsplatz LKW‘; Ernährung S. 5; Kap. 1.2; 2014]

Demnach entstehen durch falsche Ernährung, neben den oben bereits erwähnten Rücken- und Bandscheiben- Problemen, folgende Krankheitsbilder:

  • Gicht
  • Diabetes mellitus
  • Herz- Kreislauf- Erkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
  • erhöhter Gelenkverschleiß
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Karies
  • Osteoporose

[Quelle: BG- Verkehr; Moderator ‚Gesund und sicher Arbeitsplatz LKW‘; Ernährung S. 5; Kap. 1.3; 2014]